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New York: Times Square

Wenn es wirtschaftlicher ist, einen ganzen Wolkenkratzer bis auf das Erdgeschoss nicht zu vermieten, sondern ihn rundum mit Werbetafeln zu behängen, dann ist man in New York City zweifellos am Times Square.

Die zuletzt beschriebenen Spaziergänge geben in etwa die ersten beiden Tage meines letzten Aufenthalts in New York wieder und zeigen deshalb Midtown Manhattan. Und gerade dann, wenn es dunkel wird, lohnt natürlich ein Bummel über den Times Square. Namensgebend für den Platz war die New York Times, die eine Zeit lang hier ihren Sitz hatte.

Eigentlich ist der Times Square „nur“ eine lang gestreckte Kreuzung. Der Broadway schneidet diagonal durch das recheckige Straßenraster Midtown Manhattans. Ja, und irgendwann kamen die ersten Leuchtreklamen auf, die das Bild des Times Square noch heute prägen. Während bei meinem letzten Besuch New Yorks noch die Neon-Reklamen überwogen, wird der Times Square heute von riesigen LED-Monitoren geprägt, die überall und permanent bewegliche Bilder projizieren.

Was die Informationsflut der ganzen Reklametafeln angeht, so ist das natürlich der Oberkill. Aber andererseits ist das auch eine Touristenattraktion und es ist sogar im Baurecht New Yorks festgelegt, dass Gebäude am Times Square mit Leuchtreklamen auszustatten sind.

Der Times Square hat seine Höhen und Tiefen erlebt: Vom Bezirk der eleganten Hotels und Theater zur heruntergekommenen Meile der Prostitution und der Pornokinos mit einer der höchsten Kriminalitätsraten der Stadt und wieder zurück zum Mittelpunkt der Unterhaltungsindustrie: Seit den 1980er Jahren setzte eine Wiederbelebung des Times Square ein, der heute nicht nur durch die Reklametafeln, sondern auch durch auf Touristen fokussierende Geschäfte und die Unterhaltungsindustrie geprägt ist.

Stichwort Unterhaltungsindustrie: Auch die Theater ziehen wieder Zuschauer an und so gibt es rund um den Times Square – meist in den Seitenstraßen – um die 40 Theater, die New York zur Welthauptstadt der Musicals machen. Und so gehört zum Times Square natürlich auch das Ticket Center TKTS, an dem man Karten für die einschlägigen Musicals erwerben kann. Da es sich um Restkontingente für den gleichen Tag handelt, heißt es: Schlange stehen und zum Discountpreis zuschlagen.

Keine Angst: Heute ist der Times Square wieder vollkommen sicher. Klar, man muss im Gedränge der Touristen natürlich schon etwas aufpassen, aber das ist ja überall so, wenn viele Menschen zusammenkommen.

Da der Broadway in Midtown Manhattan zur Fußgängerzone ausgebaut wird, sind auch die meisten Bereiche des Times Square mittlerweile den Fußgängern vorbehalten. Und so gibt es Tische mit Gartenstühlen und auch eine Tribüne, wo man sich niederlassen und das grandiose Schauspiel aus Wolkenkratzern, Menschenmassen und Werbe-Overkill genießen kann. Da der Times Square einer der wichtigsten Knotenpunkte der New York Subway ist, kann man sich – sofern man Lust hat – dieses Schauspiel auch öfter geben. Und als stolzer Besitzer der MTA Metro Card kann man ja eh Flatrate mit der Subway fahren.

Übrigens musste ich im M&M-Megastore lernen, dass nicht nur Touristen den Times Square besuchen. Denn ich kam mit einem Vater ins Gespräch, der mit zwei Kindern da war. Wir fragten uns gegenseitig, woher wir kamen. Wir aus good old Germany und er aus – man glaubt es kaum – Queens, New York City. „Sie kommen aus New York und besuchen den Times Square?“ – Damit hatte ich echt nicht gerechnet. Aber eigentlich hatte er ja mit der folgenden Erklärung Recht: Denn er sagte, dass er öfter auch einmal die zahlreichen New Yorker Sehenswürdigkeiten besucht und für die beiden Kinder war der M&M-Megastore am Times Square natürlich auch immer einen Besuch wert.

Die folgende Galerie zeigt eine Auswahl von Fotos des Times Square mit seinen berühmten Leuchtreklamen.